
„Frohe Weihnachten! Aber was tun, wenn eine warme Mahlzeit der größte Wunsch ist?“
Unter diesem ernsten Motto stand am 13.12.2025 der Samstagvormittag für die Jusos Dinslaken. Von 10:00 bis 13:00 Uhr sammelten die Jungsozialist:innen am Edeka-Markt an der Gerhard-Malina-Straße Lebensmittel für die Dinslakener Tafel. Zahlreiche Kisten konnten mit dringend benötigten Lebensmitteln gefüllt werden, dank der großen Hilfsbereitschaft der Dinslakener Bürger:innen.
Doch bei aller Freude über die gelebte Solidarität mischt sich bei den Jusos Wut über die gesellschaftlichen Zustände. Dass Tafeln im Jahr 2024 und 2025 unverzichtbar sind, bezeichnen sie als „Armutszeugnis“. Die Fakten sprechen eine bittere Sprache: Rund 2,2 Millionen Kinder und viele Rentner:innen leben an der Armutsgrenze, während 67 Prozent der Tafeln angeben, dass die vorhandenen Lebensmittel nicht mehr ausreichen.
Vor dem Hintergrund der angespannten Dinslakener Haushaltslage warnen die Jusos eindringlich vor falscher Sparpolitik.
„Es ist schön zu sehen, wie solidarisch Dinslaken sein kann. Aber dass wir hier stehen müssen, weil der Staat seinen Aufgaben nicht nachgeht, macht uns wütend“, erklären die Dinslakener Juso-Vorsitzenden Jonas Overländer und Anxhela Uruci. „Wir diskutieren in Dinslaken gerade intensiv über Sparpolitik und haben dazu eine klare Meinung: Ja, wenn nötig. Aber niemals auf dem Rücken derer, die ohnehin schon jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Soziale Ungleichheit ist der Nährboden für Spaltung. Wer den Sozialstaat kaputt spart, liefert den Rechtsextremen der AfD, die nun auch bei uns im Stadtrat sitzen, die Wähler frei Haus. Soziale Sicherheit ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und ist das beste Mittel gegen Rechts.“
Die Jusos Dinslaken nutzen die Aktion, um auf die strukturellen Ursachen der Armut hinzuweisen. Deutschland verzeichne eine der ungleichsten Vermögensverteilungen der Eurozone: Die reichsten 10 Prozent besitzen rund 67 Prozent des Nettovermögens.
Aktuell ist Deutschland ein Hochsteuerland für Arbeitnehmer:innen, aber eine Steueroase für Multimillionär:innen und Erben. „Der Satz ‚Leistung muss sich lohnen‘ gilt oft nicht für die, die jeden Tag malochen, sondern für die, deren Geld ‚arbeitet‘“, heißt es von den Jusos. Sie fordern deshalb eine Wiederbelebung der Vermögenssteuer, eine effektive Erbschaftssteuer ohne Schlupflöcher für Superreiche und eine Abkehr von der starren Schuldenbremse. Nur durch Investitionen in Bildung und eine echte Kindergrundsicherung ließen sich die enormen Folgekosten von Armut verhindern.
Abschließend bedanken sich die Jusos Dinslaken herzlich bei Edeka Bienemann für die Kooperation und bei allen Dinslakenerinnen und Dinslakenern, die heute eine Packung Nudeln, Konserven oder andere haltbare Lebensmittel mehr in den Einkaufswagen gelegt haben. „Sie haben heute gezeigt, dass Dinslaken zusammenhalten kann. Jetzt ist die Politik am Zug, dafür zu sorgen, dass dieses Ehrenamt irgendwann überflüssig wird.“