Mitteilung vom 09.07.2026

Bücherstube Lohberg: SPD weist Kritik zurück und setzt auf tragfähige Alternative

Die Berichterstattung der vergangenen Tage über die geplante Schließung der Bücherstube Lohberg hat viele Menschen bewegt. Zu der teils scharfen Kritik nimmt die SPD-Fraktion ausdrücklich Stellung: Der Vorwurf, die Sozialdemokratie wende sich in Lohberg von der Bildung ab, trifft nicht zu.

„Dass ausgerechnet uns vorgeworfen wird, wir stellten uns gegen Bildung und Integration in Lohberg, tut weh – denn genau dafür stehen wir seit jeher“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Kobelt. Die Bücherstube sei ein wertvoller Ort und die Entscheidung – den derzeitigen Standort aufzugeben – entsprechend schwergefallen. Gleichzeitig müsse man ehrlich mit der finanziellen Situation der Stadt umgehen. Nur mit einem tragfähigen Konsolidierungskonzept sei es überhaupt möglich gewesen, einen genehmigten Haushalt zu erhalten, über den Dinslaken erst seit Kurzem wieder verfügt. Ohne diesen Schritt wäre die Stadt auch in Fragen, die weit über die Bücherstube Lohberg hinaus gehen, nicht mehr handlungsfähig.

Die Fraktion macht deutlich, wo aus ihrer Sicht die eigentliche Ursache liegt: nicht in Dinslaken, sondern in der chronischen Unterfinanzierung der Kommunen. „Entspannen würde sich die Lage erst, wenn Bund und Land endlich ihre bisherigen Rechnungen bezahlen“, so Kobelt. Dass der Bund künftig 80 Prozent der Mehrkosten für die durch neue Bundesgesetze und Sozialleistungen entstehenden Kosten übernimmt, sei ein richtiges Signal, helfe den Kommunen aber nur bedingt. Die Regelung betreffe allein zukünftige Kosten. Die bereits angefallenen Lasten der vergangenen Jahre blieben bei den Kommunen und schnürten die kommunalen Haushalte zu einem Großteil ein.

Die SPD-Fraktion weist zugleich darauf hin, dass eine Schließung im Rahmen der Haushaltsdebatte nicht beschlossen wurde. Vielmehr hat der Stadtrat im Zuge der Beschlussfassung über das Haushaltskonsolidierungskonzept die Stadtverwaltung mehrheitlich beauftragt, einen Alternativstandort für die Bücherstube zu finden, um die Schließung abzuwenden und dennoch Kosten einzusparen. Dass Bürgermeister Simon Panke in der Ratssitzung am 7. Juli 2026 mitgeteilt hat, dass die Verwaltung plant, die Ergebnisse dieser Prüfung dem Rat voraussichtlich im Oktober vorzulegen, begrüßt die SPD-Fraktion ausdrücklich.

Großen Respekt zollt die SPD-Fraktion dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Rund 1.000 Unterschriften in nur fünf Tagen seien ein starkes Signal aus dem Stadtteil, das die Fraktion sehr ernst nehme.

Auch die Sorge, am Ende könne nur eine „Bücherstube light“ übrig bleiben, nimmt die SPD-Fraktion ernst. „Ein Alternativkonzept darf kein Etikettenschwindel sein“, betont Kobelt. Darauf werde die SPD-Fraktion in den weiteren Beratungen genau achten. Lohberg habe ein gutes Angebot verdient und für ein solches werde sich die Fraktion weiterhin einsetzen.

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