Julian Winter nahm Stefan Zimkeits Landtagssitz ein

Drei Tage hat der Dinslakener Schüler Julian Winter im nordrhein-westfälischen Landtag verbracht und dabei den Platz des Abgeordneten Stefan Zimkeit eingenommen. Winter ist Vorsitzender des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) in Dinslaken.
Der 18-Jährige zeigt sich im Gespräch mit dem „realen“ Parlamentsmitglied Zimkeit, der ihn für den Jugendlandtag benannt hatte, sehr beeindruckt von seinen Erlebnissen in Düsseldorf. Verschiedene Anträge wurden dort in Plenardebatten, Fraktions- und Ausschusssitzungen beraten. Wichtigstes Thema war die Einführung einer Kindergartenpflicht, die am Ende mehrheitlich für das letzte Kita-Jahr vor Eintritt in die Schule beschlossen wurden. Für ihn sei das eine Frage der Chancengleichheit, sagte Winter, der als Jugendleiter in seiner evangelischen Gemeinde aktiv ist. „Deshalb hat mich das Thema interessiert.“
Im Jugendlandtag gehörte Julian Winter der SPD-Fraktion an. Im wirklichen Leben ist es parteilos und weiß noch nicht, ob er später mal in einer Partei oder politischen Jugendorganisation aktiv sein möchte. „Das Diskutieren macht mir sehr viel Spaߓ, ist eine Erfahrung, die er im Landtag gesammelt hat. „Manche Sachen habe ich aber zu persönlich genommen. Da muss ich vielleicht noch lernen“, berichtete er von scharfen Kontroversen mit den Jugendabgeordneten anderer Fraktionen.
Das Dinslakener Kinder- und Jugendparlament habe eine andere Aufgabe, beantwortete Julian Winter die Frage von Stefan Zimkeit nach den Unterschieden. „Wir bringen Kinder und Jugendliche mit der Politik in Verbindung. Wir machen Politiker darauf aufmerksam, dass wir auch eine Stimme in Dinslaken sind“, betonte der Schüler der Ernst-Barlach-Gesamtschule. „Wir sind die Zukunft“, deshalb trete er auch dafür ein, wählen zu gehen. „Man kann mit Politik viel erreichen und in der Gesellschaft viel bewegen“, ist Winter überzeugt.
„Für eine Politik, die längerfristiger denkt, ist es wichtig, dass sich Jugendliche beteiligen“, ist sich Zimkeit mit Winkler einig. „Das ist insbesondere in einer älter werdenden Gesellschaft von Bedeutung“, unterstrich der SPD-Landtagsabgeordnete.